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Besucher- und Informationszentrum für den Deutschen Bundestag in Berlin

Das Interesse am Deutschen Bundestag in Berlin ist seit Jahren ungebrochen. Aktuell betreut der Besucherdienst des Parlaments 2,4 Millionen Gäste im Jahr. Dieser Andrang stellt auch eine logistische Herausforderung dar, deshalb soll der Deutsche Bundestag nun ein Besucher- und Informationszentrum bekommen.

Der Deutsche Bundestag in Berlin ist ein Besuchermagnet. Viele Berlin-Besucher haben das Reichstagsgebäude auf ihrem Programm:  Die einen wollen die Architektur von Sir Norman Foster sehen, der das historische Reichstagsgebäude zu einem modernen Parlamentsbau verwandelte und dabei die Geschichte des Gebäudes behutsam mit einbezog. Die anderen möchten die markante Kuppel und die Dachterrasse besichtigen und den Ausblick über die Berliner Mitte genießen. Es gibt Führungen durch das Gebäude und die Möglichkeit, eine Bundestagsdebatte von der Besuchertribüne aus live mitzuerleben.

Die 2,4 Millionen Gäste, die den Reichstag derzeit jedes Jahr besuchen, stellen den Besucherdienst des Bundestages vor große logistische Herausforderungen: Alle Besucher müssen eine Sicherheitsschleuse passieren, was aktuell in einem provisorischen Gebäude auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag geschieht.

Perspektivansicht Besucher- und Informationszentum (BIZ)
Quelle: Markus Schietsch Architekten GmbH mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH, beide Zürich (Schweiz)

Besucher- und Informationszentrum löst Provisorium ab

Vor diesem Hintergrund hat der Ältestenrat des Bundestages im November 2015 beschlossen, ein neues Besucher- und Informationszentrum (BIZ) südlich der Scheidemannstraße im Tiergarten zu bauen. Das Provisorium als zentraler Eingang soll durch eine architektonisch und funktional angemessene dauerhafte Lösung ersetzt werden. Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 6.000 Quadratmetern soll der Neubau einen flexiblen Empfangs- und Informationsbereich, Räume für Seminare oder Diskussionsveranstaltungen sowie einen Gastronomiebereich beherbergen. Ziel ist es, dem anhaltend großen Interesse der Öffentlichkeit an einem Bundestagsbesuch und an der Arbeit des Parlamentes angemessen Rechnung zu tragen und die Besucher willkommen zu heißen.

Die Entscheidung sowohl für den Standort als auch für den Bau selbst kam in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess zwischen Bundestag, Bundesbauministerium und dem Land Berlin zustande. Dem waren umfangreiche Machbarkeitsstudien vorausgegangen.

Perspektivansicht BIZ mit Reichstagsgebäude
Quelle: Markus Schietsch Architekten GmbH mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH, beide Zürich (Schweiz)

Schweizer Architekturbüro überzeugt im Planungswettbewerb

Im Dezember 2015 lobte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung einen internationalen  offenen, zweiphasigen Planungswettbewerb für das Besucher- und Informationszentrum des Bundestages aus. In der ersten Phase wurden von den Teilnehmern erste grundsätzliche Lösungsvorschläge gefordert. Aus den eingereichten Vorschlägen wählte eine Fachjury die geeignetsten 25 bis 30 Vorschläge aus, die dann in einer zweiten Phase vertieft ausgearbeitet wurden. Die abschließende Jurysitzung fand im November 2016 statt. In dieser Jurysitzung wurden zwei erste Preise vergeben. Die abschließende Entscheidung fiel im Januar 2017zugunsten des jungen Büros Markus Schietsch Architekten aus Zürich.

Die Lage des künftigen BIZ am Rand des Großen Tiergartens ist begrenzt von der Scheidemannstraße, vom sowjetischen  Ehrenmal sowie von verschiedenen Alleen im Tiergarten selbst. Der Erhalt der denkmalgeschützten Alleen im Tiergarten sowie der Abstand zum sowjetischen Ehrenmal waren in der Wettbewerbsausschreibung vorgegeben. Die Besucher sollen vom BIZ durch einen geschlossenen Fußgängertunnel in das Reichstagsgebäude gelangen, so dass für sie nur eine einzige Sicherheitskontrolle notwendig wird. Lage und Verlauf des Tunnels waren aus bautechnischen Gründen durch Bahntrassen und technische Infrastruktur im Untergrund vordefiniert. Durch diese bereits vorhandenen unterirdischen Infrastrukturtrassen werden die Tiefbauarbeiten des Projektes besonders anspruchsvoll werden.

Weitere Informationen zum Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages in Berlin