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Klima schlägt hohes Gehalt

Was für Führungskräfte beim Stellenwechsel zählt

Quelle: Wolfgang Eilmes

Die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt macht mobil. Viele Arbeitnehmer in Deutschland sind beruflich auf dem Sprung: Sie wechseln besonders gerne, wenn beim neuen Arbeitgeber das Betriebsklima stimmt und der Aufstieg gefördert wird, heißt es in einer Studie der Personalberatung Michael Page, die auf einer Umfrage unter knapp 700 Fach- und Führungskräften basiert. Für den kalkulierten Abschied sind weniger finanzielle Motive, sondern emotionale und soziale Faktoren entscheidend. Zwar geben die meisten Führungskräfte zu Protokoll, dass sie auf die wirtschaftliche Stabilität des neuen Arbeitgebers (42 Prozent) genau achten, wobei dessen Image und Markenbekanntheit eher zweitrangig sind. Wichtig sind aber in erster Linie eine positive Unternehmenskultur (36) sowie gute Angebote zur Weiterbildung (34) und Förderung der Karriere. Der Drang, das Gehalt mit einem Wechsel aufzubessern (31 Prozent), folgt erst danach. Für einen solchen Arbeitsplatz würde das Gros der Befragten auch den Wohnort wechseln, heißt es in der Studie weiter.

Damit festigt sich ein Stimmungsbild, das sich zuvor auch in anderen Umfragen abzeichnete. So förderte zum Jahresauftakt eine repräsentative Umfrage von Forsa zutage, dass jede dritte Fach- und Führungskraft in Deutschland einen beruflichen Neustart wünscht, ohne die Motive jedoch zu konkretisieren. Das wirtschaftliche Umfeld für einen Wechsel oder Umstieg ist nach Ansicht von Goran Baric gegenwärtig so gut wie nie: "Viele Arbeitnehmer wittern die Gunst der Stunde, um ihre berufliche Situation zu verbessern", sagt der Deutschland-Chef von Michael Page.

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage erwarten viele Wechselwillige, umworben zu werden. Dass Spezia­listen und versierten Fachkräften die Türen in deutschen Unternehmen offen stehen, wird sich auch in abseh­barer Zeit kaum ändern. Nach einer aktuellen Prognose des Statistischen Bundesamtes dürfte die heimische Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter trotz Zuwanderung weiter schrumpfen. So nimmt etwa bis 2060 die Zahl der 20 Jahre bis 64 Jahre alten Menschen von 49 Millionen im Jahr 2013 auf bis zu 34 Millionen ab.