Bewerbungsschreiben auf Englisch: Der erste Eindruck zählt

Bei einem englischen Bewerbungsschreiben sind die Anforderungen noch höher:

Zur fremden Sprache treten landesspezifische Besonderheiten hinzu, die es zu beachten gilt. Hier finden Sie wertvolle Tipps, wie Sie auch auf Englisch ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben verfassen.

Bewerbungsschreiben auf Englisch verfassen

 Je nach britischem oder amerikanischem Englisch wird das Anschreiben für die Bewerbung als „covering letter“ oder „cover letter“ bezeichnet. Es sollte die Länge einer Din-A-4 Seite nicht überschreiten. Oben rechts oder links setzen Sie Ihre

·  Anschrift

·  Telefonnummer

·  E-Mail-Adresse etc.

Darunter platzieren Sie auf der linken Seite Namen und Adresse des Empfängers. An die Stelle des in Deutschland üblichen förmlichen „Sehr geehrte Damen und Herren“ tritt die persönliche Anrede, also „ Dear Mr/Ms XY“. Das zeigt Engagement und Kontaktfreude. Dann folgt, rechts oder links, das Datum. Wenn Sie einen Betreff angeben möchten, formulieren Sie diesen nach der Anrede.
Für eine gute Lesbarkeit sollten Sie die Schriftarten Arial oder Times New Roman verwenden und als Schriftgröße mindestens 10 pt wählen.

 

Bewerbungsschreiben auf Englisch – Aufbau und Stil

Mit einem unübersichtlichen Anschreiben haben Sie die Chance auf ein Vorstellungsgespräch vielleicht schon verspielt, bevor sich der Personalchef dem Inhalt des Schreibens gewidmet hat. Gliedern Sie Ihren Text deshalb in klar strukturierte und nachvollziehbare Absätze.
Nach einer Einleitung, in der Sie kurz auf die Anzeige eingehen, folgt der wichtigste Absatz: Im Hauptteil sollten Sie das Interesse des Empfängers wecken, indem Sie die Motivation für diese Bewerbung erläutern und was genau Sie für die Tätigkeit qualifiziert. Beziehen Sie sich auf die in der Stellenanzeige genannten Kriterien. Argumentieren Sie mit Leistungen und Erfolgen aus Ihrer bisherigen Karriere – die sind in Bewerbungen im englischsprachigen Ausland besonders ausschlaggebend.
Dieser inhaltlichen Akzentuierung entspricht der sprachliche Stil, der sich etwas von dem eines deutschen Bewerbungsschreibens unterscheidet: Stellen Sie Ihre beruflichen Erfolge selbstbewusst als Ergebnis Ihres aktiven Engagements heraus – mit action words wie „established“, „launched“ oder „acquired“. Wagen Sie sich ruhig an Formulierungen, die Ihnen für eine Bewerbung auf Deutsch etwas zu anbiedernd erscheinen – für ein Bewerbungsschreiben auf Englisch sind sie perfekt.

Um das Anschreiben stimmig abzuschließen und dem Personaler als motivierter Bewerber in Erinnerung zu bleiben, erwähnen Sie, dass Sie sich freuen würden, zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Agieren Sie an dieser Stelle offensiver als bei einer Bewerbung auf Deutsch: Informieren Sie Ihren Ansprechpartner darüber, dass Sie ihn innerhalb eines gewissen Zeitraums anrufen werden.

Beachten Sie für die abschließende Grußformel: Während die Nordamerikaner „Sincerely“ verwenden, lautet die britische Variante „Yours sincerely“. Denken Sie an die Unterschrift.
Anders als bei einer Bewerbung in Deutschland werden keine Zeugnisse, sondern nur der Lebenslauf angehängt. Darauf weisen Sie mit einem „enc.“ nach der Unterschrift hin.

Der Teufel steckt im Detail – Tipps für ein tadelloses Anschreiben

Damit Sie nicht aufgrund formaler Fehler im englischen Bewerbungsschreiben auf Ihren Traumjob verzichten müssen, finden Sie hier eine Übersicht über die wichtigen Details:

·  Achten Sie auf das richtige Datumsformat: In Großbritannien ist es „12 July 2013“, während man in den USA „July 12, 2013“ schreibt.

·  Miss, Mrs oder Ms? Sie fragen sich, welche Anrede Sie wählen sollen, wenn der Empfänger eine Dame ist? Die Antwort: „Ms“ ist die heute gängige Variante, weil sie nicht zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen unterscheidet. In den USA wird die Kurzform mit einem Punkt versehen.

·  Verwenden Sie zu Verabschiedung statt „Yours sincerely“ in Großbritannien nur dann „Yours faithfully“, wenn das Bewerbungsschreiben nicht an einen konkreten Ansprechpartner gerichtet ist.

Die Grußformel „Kind regards“ gehört nicht in den geschäftlichen Kontext, sondern ist besser in der E-Mail an einen Freund aufgehoben.

Bewerbungsschreiben auf Englisch – Sprachkenntnisse

Ein sprachlich ausgefeiltes Bewerbungsschreiben auf Englisch zeigt dem Unternehmen nicht nur, dass Sie sich Mühe beim Erstellen des Textes gegeben haben. Der Personalverantwortliche erwartet dann auch, dass Sie allgemein über ein hohes Englischniveau verfügen und im Vorstellungsgespräch in demselben Maße sprachlich überzeugen können. Lassen Sie das Anschreiben deshalb stilistisch nicht von jemandem überarbeiten, der über ein deutlich höheres Sprachniveau verfügt –
Dann wecken Sie mit der Bewerbung auf Englisch keine falschen Erwartungen. Damit der sprachliche Ausdruck aber einem Bewerbungsschreiben angemessen ist, sollten sich Bewerber auf die Verwendung von fachspezifischem und in Businesskreisen gängigem Vokabular konzentrieren. Vermeiden Sie komplizierte Satzkonstruktionen, da sie fehleranfällig sind.
Auf grammatikalische und orthografische Korrektheit sollten Sie den Text aber durchaus von einem Muttersprachler überprüfen lassen. Achten Sie auch darauf, dass Sie im gesamten Anschreiben entweder die britische oder die amerikanische Schreibweise verwendet haben – und das konsequent. Ein Wörterbuch gibt Ihnen Auskunft über Unterschiede im Wortschatz, bezüglich der Schreibweise ähnlicher Worte und über den Gebrauch von feststehenden Wendungen.

Der Lebenslauf: Mit Fakten überzeugen

Der Lebenslauf, im britischen Englisch mit CV für Curriculum Vitae, im amerikanischen Englisch mit Resume übersetzt, vervollständigt die englische Bewerbung. Während Sie im Anschreiben mit prägnanten Formulierungen und der Kenntnis von landesspezifischen Konventionen punkten, überzeugen Sie den potenziellen Arbeitgeber hier vor allem mit übersichtlichen Informationen über berufliche Erfahrungen, in denen Sie für den Job wichtige Qualifikationen erworben haben.

Die Kombination aus einem ansprechenden Anschreiben und einem überzeugenden Lebenslauf ist der entscheidende Türöffner zu einem Bewerbungsgespräch – auch bei der englischen Bewerbung.