Auf nach Neuseeland

Nirgendwo lassen sich leichter Geschäfte machen.

WASHINGTON, 25. Oktober. In keinem Land lassen sich einfacher Geschäfte machen als in Neuseeland. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltbank in ihrem aktuellen „Doing Business 2017“-Bericht. Neuseeland löst Singapur als wirtschaftsfreundlichsten Standort der Welt ab. Der Stadtstaat hatte die Spitzenposition zuvor zehn Jahre lang gehalten. Deutschland schneidet auf einer Liste von 190 Ländern als 17. ab, leicht schlechter als im Vorjahr. Andere Länder haben die Exportnation dank frischer Reformanstrengungen überholt.

Der „Doing Business“-Bericht misst Wirtschaftsfreundlichkeit mit einem Bündel an Kriterien: Wie leicht ist es, ein Unternehmen zu gründen? Wie schnell bekommt man Baugenehmigungen? Wie kompliziert ist es, Grundbesitz registrieren zu lassen und Kredite zu erhalten? Und wie sind Investoren, die Minderheiten angehören, geschützt? Dänemark als Dritter, Norwegen, Großbritannien, Schweden und Mazedonien sind die fünf europäischen unter den ersten zehn Ländern. Zu Führungsgruppe gehören Hongkong, Südkorea und die Vereinigten Staaten. Das beste Land hat von der Jury 87 Punkte bekommen, das schlechteste (Somalia) 20. Deutschland kommt auf knapp 80 Punkte.

Der Bericht wurde durch den peruanischen Ökonomen Hernan de Soto inspiriert, der in den achtziger Jahren herausgefunden hatte, dass die Gründung einer Textilmanufaktur in Lima 289 Tage beanspruchte. Die Studie machte Furore, und 2002 konnte de Soto vermelden, dass die Firmengründung in Peru nur noch einen Tag beanspruchte. Das Problem ist gleichwohl aktuell geblieben: Aktuell verlangt Argentinien 14 unterschiedliche Lizenzen für eine Unternehmensgründung, doppelt so viele wie der Durchschnitt aller Länder. In Georgien dagegen reichen drei Genehmigungen. Das Land weist zehnmal so viele Unternehmensneugründungen auf wie Argentinien.

wvp.

 

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