Frauenanteil an Spitzenpositionen leicht gestiegen

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes ist in den vergangenen acht Jahren nur leicht gestiegen.

Lt. BERLIN, 16. August.

… Das stellt der erste Bericht der Bundesregierung zur Geschlechtergleichheit auf den Führungsetagen der Wirtschaft und der Verwaltung fest, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedete. Während der Bericht bei großen Unternehmen eine „deutliche Steigerung“ des Frauenanteils in Aufsichtsräten (auf mehr als 27 Prozent) und ein deutliches Defizit in den Vorständen (Frauenanteil 6,1 Prozent) beschreibt, stellt er für die Bundesverwaltung ebenso eine Mischung aus Fortschritt und Stillstand fest.

Bei den Gremien, also Beiräten oder Verwaltungsräten, in die der Bund Mitglieder entsenden kann, betrage der Frauenanteil inzwischen mehr als 40 Prozent. In den Anstalten, Stiftungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts des Bundes meldet der Bericht gleichfalls einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils auf allen Stufen der dortigen Hierarchien. Doch in der Verwaltung ist ihr Anteil an Führungskräften geringer.

Der Bericht führt aus, dass insgesamt in der Belegschaft der Bundesverwaltung mehr Frauen (54 Prozent) als Männer beschäftigt sind. Ihr Anteil an Leitungsfunktionen (Referats-, Abteilungs- und Dienststellenleiter) habe im Jahr 2015 jedoch nur 33 Prozent betragen. Dies sei ein „leichter Anstieg“ gegenüber dem Jahr 2009, als ihr Anteil bei 30 Prozent gelegen habe. Weiter stellt der Bericht fest, in „die obersten Führungsebenen“ gelangten „nach wie vor nur wenige Frauen“. Im höheren Dienst, der am besten besoldeten obersten Stufe der Beamtenhierarchie, seien 28 Prozent der Beschäftigten weiblich; jedoch würden nur 20 Prozent der Chefstellen in Ämtern und Behörden von Frauen besetzt.

Für die Ministerien des Bundes meldet der Bericht allerdings größere Fortschritte: Bei den Staatssekretärs-Stellen habe sich der Anteil weiblicher Amtsinhaber von drei Prozent (2009) auf 18 Prozent erhöht, bei den Referatsleitern sei der Anteil in jenem Zeitraum von 26 auf 34 Prozent gestiegen.

Während Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) als Reaktion auf die Ergebnisse des Berichts vor allem den großen Unternehmen drohte, sie erwäge auch für Vorstandsposten eine Quote, falls der Frauenanteil in diesen Führungspositionen nicht zügig steige, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union Nadine Schön, es gebe in Wirtschaft wie Verwaltung noch „viel Luft nach oben“. Die CDU/CSU wolle den öffentlichen Dienst „zum Vorreiter“ machen und dort die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen auf allen Ebenen bis 2025 erreichen.

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