Gehaltsunterschiede bleiben groß

Amerikanische Chefs erhalten 335-mal so viel wie Arbeiter

Amerikanische Chefs erhalten 335-mal so viel wie Arbeiter

Reuters/lid. NEW YORK, 18. Mai. Die Vorstandsvorsitzenden großer amerikanischer Konzerne haben im vergangenen Jahr laut einer Gewerkschaftsstudie im Schnitt 335-mal so viel verdient wie Arbeiter derselben Unternehmen. Das Chefgehalt von Konzernen im Aktienindex S&P-500 habe 2015 bei 12,4 Millionen Dollar gelegen, teilte der Gewerkschaftsverband AFL-CIO mit. Einfache Angestellte in der Produktion mussten sich demnach mit rund 36 900 Dollar begnügen. Bereinigt um Inflation, habe sich dieser Wert in den vergangenen fünfzig Jahren nicht verändert. "Die Einkommensungleichheit in unserem Land ist eine Schande", sagte AFL-CIO-Präsident Richard Trumka. Die Organisation beklagte sich darüber, dass Unternehmen wie der Snackhersteller Mondelez Werke ins billigere Mexiko verlagerten. Mondelez-Chefin Irene Rosenfeld habe zum Beispiel zuletzt 19,7 Millionen Dollar verdient. Der Unterschied zwischen Gehältern in der Chefetage und in der Produktion hat nach Angaben der Gewerkschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen: So war 1980 das Chefgehalt 42-mal so hoch wie das der Belegschaft, 1990 erreichte dieser Faktor 107. Im Vergleich zu 2014 ging die Ungleichheit dagegen 2015 leicht zurück. So ergab sich 2014 mit einem Chefsalär von durchschnittlich 13,5 Millionen Dollar und einem Arbeiterlohn von 36 000 Dollar noch ein Unterschied von 373 zu 1. Die Gehaltsunterschiede sind auch Thema im Wahlkampf.

 

 

 

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