Helden des Jahres 2016

Die Chefs von Adidas und Fresenius haben die beste Leistung und das beste Image unter Deutschlands Managern.

Die besten Manager Deutschlands sind ein Frischling und der Rekordhalter im Club der Dax-30-Konzerne: Stephan Sturm, der Neue bei Fresenius, hat das beste Image. Herbert Hainer, 15 Jahre Adidas-Chef, tritt mit der besten Aktienkurs-Performance ab sowie dem herrlichen Gefühl, es „allen Deppen noch mal gezeigt zu haben“.

So redet der Niederbayer selbst, noch immer verletzt, dass ihn 2014, in einem Formtief, aufmüpfige Investoren in die Wüste hatten schicken wollen. Wer an den Adidas-Chef geglaubt hat, wurde reichlich belohnt: 70 Prozent gewann die Aktie allein in diesem Jahr, über die gesamte Strecke hat sich das Vermögen vervielfacht. Adidas-Teilhaber sind glückliche Leute, keine Frage. Und Herbert Hainer konnte sich zum 1. Oktober frohgemut ins sportliche Pensionärsdasein verabschieden: Platz eins bei der Performance der Aktie, Platz drei beim Ruf als Person. Was will Manager mehr?

Ermittelt haben die Image-Werte die Medienanalysten des Beratungshauses Unicepta, die dafür Tausende Berichte in den deutschen Leitmedien auswerten. Ganz vorne liegt in ihrem Ranking Neuling Stephan Sturm, seit Juli Vorstandsvorsitzender von Fresenius, in der Nachfolge von Ulf Schneider, der zu Nestlé in die Schweiz gewechselt ist.

Sturm war zuvor elfeinhalb Jahre der Finanzvorstand an dessen Seite. Ansonsten verhielt sich der Kaufmann unauffällig, ganz wie es der Art des Hauses entspricht. 13 Jahre war er als Investmentbanker unterwegs, am Anfang der Karriere diente er für McKinsey als Berater. Im Sommer hat er mächtig losgelegt – und zum Start gleich mal die Gewinnprognose erhöht. Das mögen die Märkte und auch die Medien.

Die Manager der Unternehmen, die an der Börse Leid anrichten, haben naturgemäß keinen Anspruch auf einen Platz unter den beliebtesten Vorstandschefs. Das ist schlecht für Banker. Commerzbank und Deutsche Bank haben allein in diesem Jahr mehr als 40 Prozent des Börsenwertes eingebüßt, insgesamt gingen den Eigentümern mehr als 90 Prozent des Einsatzes verloren. Kein Wunder, dass es weder Martin Zielke noch John Cryan unter die Top Ten der Manager mit dem besten Image schaffen.

 

Helden des Jahres 2016

Von Georg Meck

 

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