Norwegen contra Gier

Die Entlohnung der Manager ist in den vergangenen Jahren schneller gestiegen als die des Rests der Bevölkerung, und niemand weiß, warum.

Von Carsten Knop

Die Entlohnung der Manager ist in den vergangenen Jahren schneller gestiegen als die des Rests der Bevölkerung, und niemand weiß, warum. Haben die Vorstände überproportional zum Erfolg ihrer Unternehmen beigetragen? Gewiss nicht. Gehen sie beim gesellschaftlichen Engagement mit leuchtendem Beispiel voran? Nein, das machen die wenigsten von ihnen. Haben die Aufsichtsräte, welche die Gehälter genehmigen, die Zeichen der Zeit erkannt – und steuern entgegen? Auch hier lautet die Antwort zu häufig nein. Aber vielleicht wird der norwegische Staatsfonds dafür sorgen, dass sich daran etwas ändert. Nach eigenem Bekunden warten die Fondsmanager, die Anteile an mehr als 9000 Unternehmen verwalten, nur darauf, ein Exempel zu statuieren. Ihre Macht sollte man nicht unterschätzen. Schon die Zurückhaltung der Norweger bei der Investition in Unternehmen, die allzu viel Geschäfte mit Kohle machen, hatte für Aufregung gesorgt. So darf man beim Thema Entlohnung die Daumen drücken: Die Exzesse belasten das Ansehen der Wirtschaft, und von allein merken es die Vorstände und Aufsichtsräte einfach nicht. Neueste Beispiele dafür findet man bei Volkswagen und BP.

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