Premiere in Spanien

Erster deutscher Leiter der Business School IESE

Mehr als viele andere Hochschulen legen Business Schools großen Wert auf einen internationalen Mix ihrer Studenten. Das gilt auch für eine der renommiertesten Adressen in Europa, die IESE in Barcelona. Die private Business School der Universität Navarra mit Dependancen in Madrid, New York, São Paulo und seit 2015 auch in München hat seit kurzem zum ersten Mal einen Deutschen an der Spitze: Franz Heukamp, einen 43 Jahre alten Professor für Entscheidungstheorie, der an der TU München zum Diplomingenieur wurde und über die Stationen Paris und MIT in Boston nach Barcelona kam. Zum Thema internationaler Campus sagt er mit Blick auf die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten: „Europäische Business Schools werden voraussichtlich mehr Bewerber aus jenen Ländern bekommen, die unter Präsident Trump Probleme mit der Einreise haben.“

Die Klientel von IESE mit ihren 100 Millionen Euro Jahresumsatz und rund 110 Vollzeitprofessoren ist zweigeteilt: Neben dem Ökonomen-Klassiker MBA ist die Weiterbildung von Führungskräften das zweite, etwa gleichstarke Standbein. Mit dieser sogenannten Executive Education ist IESE von Ende der fünfziger Jahre an groß geworden. Deshalb sind viele der Teilnehmer oft schon Ende zwanzig und älter und bringen mehrere Jahre Berufserfahrung mit. Unternehmen wie BMW, Henkel, Airbus oder Oracle gehören zu jenen Kunden, die Mitarbeiter an einem der Standorte berufsbegleitend weiterbilden lassen. Mitunter gehören auch Geschäftsführer oder Eigentümer eines Unternehmens zu den Teilnehmern. „In Deutschland mussten wir unsere Programme für Führungskräfte anfangs intensiver erklären als in anderen Ländern. Heute ist das nicht mehr nötig“, sagt Heukamp, Sohn einer Niederländerin, der fünf Sprachen spricht. In seiner neuen Position ist er der einzige Deutsche, der eine der großen internationalen Business Schools leitet. Die Konkurrenz ist namhaft. „Auf europäischer Ebene sind die London Business School und INSEAD in Paris unsere Hauptkonkurrenten“, sagt er.

UWE MARX

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