Dax-Vorstände verdienen 57-mal so viel

Der Abstand zu den normal verdienenden Mitarbeitern ist etwas geschrumpft

Die Vorstände der 30 Dax-Unternehmen haben laut einer Studie im Jahr 2014 durchschnittlich 57-mal so viel wie ein gewöhnlicher Mitarbeiter verdient. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Zwar ist das Verhältnis etwas kleiner als noch im Jahr 2011, als die Vorstände das 62-Fache verdienten, aber deutlich höher als vor zehn Jahren: Damals bekamen die Topmanager das 42-Fache.

Zwischen den Unternehmen im Dax gibt es erhebliche Unterschiede. Drei Unternehmen zahlen einem Vorstandsmitglied mehr als das 100-Fache. Den größten Abstand zwischen Vorstandsvergütung und dem Lohn eines Durchschnittsbeschäftigten fanden die Autoren der Studie im Wolfsburger Autokonzern Volkswagen: Hier bekam die Führungsetage im Jahr 2014 demnach 141-mal so viel Geld wie ein durchschnittlicher Beschäftigter. Auch bei der Deutschen Post und Adidas fanden die Autoren einen Abstand von mehr als das Hundertfache. Am kleinsten war der Abstand der Untersuchung zufolge bei Beiersdorf mit dem Faktor 17. Für die Untersuchung verglichen die Forscher die durchschnittliche Vorstandsvergütung der Konzerne mit dem durchschnittlichen Personalaufwand des Unternehmens für die sonstigen Beschäftigten.

In Deutschland müssen die Unternehmen die „Manager to Worker Pay Ratio“ bislang nicht veröffentlichen. In den Vereinigten Staaten ist das bald anders: Dort müssen die Werte ab dem kommendem Jahr öffentlich ausgewiesen werden. Diese Veröffentlichungspflicht soll dazu beitragen, Gehaltsexzesse zu verhindern. Wie die Studie zeigt, fällt der Verdienstabstand in den Vereinigten Staaten noch weitaus größer aus als hierzulande: Jenseits des Atlantiks beziehen die Spitzenmanager in den Vorständen im Durchschnitt das 335-Fache ihrer Arbeiter und Angestellten.

 

 

tine.

 

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