Headhunter im Großeinsatz

Deutschlands Personalberater können sich nicht über mangelnde Aufträge beschweren.

loe. FRANKFURT, 11. Mai. Deutschlands Personalberater können sich nicht über mangelnde Aufträge beschweren. Der Umsatz der Branche belief sich im vergangenen Jahr auf 1,8 Milliarden Euro. Um 6,8 Prozent stiegen die Einnahmen jener Berufsgruppe, die auf ebenso diskrete wie lukrative Weise Führungskräfte von einem Arbeitgeber zum anderen bugsiert. Insgesamt besetzten die Personalberater 57 400 Positionen, berichtete am Mittwoch der Bundesverband der Unternehmensberater (BDU), in dem sich auch die rund 6600 Personalberater organisieren. Für das laufende Jahr erwarten die Befragten ein Umsatzwachstum um 8,4 Prozent.

 

Auffällig sei, dass die Nachfrage nach älteren Führungskräften gestiegen sei, berichtete BDU-Vizepräsidentin Regina Ruppert. Geschäftsführer Ende 50 seien wieder vermittelbar. „Vor ein paar Jahren war das nicht so.“ Die älteren Führungskräfte punkteten nicht zuletzt durch ihre Gelassenheit. An der heute so wichtigen Digitalkompetenz mangele es ihnen entgegen aller Klischees nicht. „Die kennen sich da oft besser aus als die Vierzigjährigen“, sagte Ruppert. Eine weitere Neuerung: Die Unternehmen legten mehr Wert auf die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Teamarbeit auf Führungsebene. Ruppert wertet das nicht zuletzt als eine Lehre aus der VW-Krise.

 

Kritisch sieht der Verband, dass sich immer mehr Dienstleister im Metier der Personalberater tummeln, die Unternehmen allein aufgrund eines Datenbankabgleichs Kandidaten vorschlagen. Mit ihren oft mehrstündigen, psychologischen Gesprächen rechtfertigen die Personalberater gemeinhin ihre durchaus stattlichen Honorare: Im Schnitt stellen sie den Unternehmen 26 Prozent des Jahresgehalts der zu besetzenden Position in Rechnung.

 

 

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