Mehr Schutz für Hinweisgeber

Mitarbeiter, die auf Fehlverhalten in ihren Unternehmen hinweisen, sollen künftig besser geschützt werden.

BERLIN, 2. November.

… Dafür setzt sich die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex ein, die seit vielen Jahren Regeln für gute Unternehmensführung aufstellt. Sogenannte Whistleblower könnten als „Frühwarnsystem für systematische Fehlentwicklungen“ dazu beitragen, Regelverstöße aufzudecken und künftiges Fehlverhalten zu vermeiden, teilte die Kommission am Mittwoch mit. Man wolle außerdem die Präambel des Kodex ergänzen und klarstellen, wie nötig ein „ethischer Kompass“ für Manager sei. Teilweise sei das Empfinden des „ehrbaren Kaufmanns“, der die Grenzen seines Handelns kenne, verlorengegangen, sagte der Vorsitzende der Kommission, der ehemalige Daimler-Finanzvorstand Manfred Gentz. Klarstellen wolle die Kommission auch, dass bei der Festsetzung von Vorstandsvergütungen die Boni zukunftsbezogen sein müssten und nicht an der Vergangenheit orientiert, da sonst die Anreizwirkung fehle. Mehr Transparenz will die Kommission zudem schaffen bei der Besetzung von Aufsichtsräten. Hier sollten künftig Listen der unabhängigen Mitglieder geführt werden, erläuterte Gentz. Bei der Besetzung solle außerdem die Eigentümerstruktur berücksichtigt werden, ohne dass dies zu einem Proporz führen müsse. Ab einem Anteil von 10 Prozent sollten Miteigentümer Kandidaten für den Aufsichtsrat vorschlagen dürfen. Die Regeln des Deutschen Corporate Governance Kodex sind rechtlich nicht bindend. Aktiengesellschaften müssen aber offenlegen, ob sie den Kodex erfüllen.

enn.

 

Alle Rechte vorbehalten © Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte für F.A.Z.-Inhalte erwerben Sie auf www.faz-rechte.de