Arbeitslosigkeit in Amerika sinkt

Löhne steigen weiter / Zinsschritt im Juni erwartet

maj. FRANKFURT, 5. Mai. Die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten ist im April auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Wie das amerikanische Arbeitsministerium in Washington am Freitag bekanntgab, fiel die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte auf 4,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 5 Prozent gelegen. Nach Angaben des Ministeriums wurden im April 211 000 neue Stellen geschaffen, im Vorjahresvergleich waren es sogar 854 000. Volkswirte hatten einen geringeren Zuwachs um 190 000 Stellen erwartet. Am häufigsten stellten die Hotel- und Freizeitbranche sowie der Gesundheitssektor ein. Die Schätzungen aus den beiden Vormonaten wurden hingegen um 6000 Stellen nach unten korrigiert.

Indes sind die Löhne und Gehälter in den Vereinigten Staaten im April weiter gestiegen. So legten die durchschnittlichen Stundenlöhne gegenüber März um 0,3 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium weiter mitteilte. Der Anstieg im Vormonat wurde von 0,2 auf 0,1 Prozent nach unten korrigiert. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 2,5 Prozent und damit schwächer als erwartet.

Die Lohnentwicklung in Amerika spielt eine große Rolle für den geldpolitischen Kurs der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (Fed). Erst am Mittwoch hatte die Fed nach schwachen Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten im ersten Quartal des Jahres bekanntgegeben, die Leitzinsen für die Übernachtausleihungen zwischen Banken in der Bandbreite zwischen 0,75 und 1 Prozent zu belassen. „Die heutigen Zahlen bestätigen die Ansicht, dass die Schwäche des amerikanischen Arbeitsmarktes im ersten Quartal nur vorübergehend war“, kommentierte Unicredit-Ökonom Harm Brandholz. Der nächste Zinsschritt werde für die Fed-Sitzung im Juni erwartet, ein weiterer dann im September.

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