Europas Wirtschaft wächst

Im Sommerquartal 0,3 Prozent Plus im Euroraum

ppl. FRANKFURT, 31. Oktober. Das Brexit-Votum hat die europäischen Volkswirtschaften keineswegs aus der Bahn geworfen. Vielmehr blieb das Tempo der wirtschaftlichen Erholung konstant. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums um 0,3 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Das BIP der gesamten EU wuchs um 0,4 Prozent, wozu das überraschend starke britische Wachstum von 0,5 Prozent beitrug. Kräftig zugelegt hat Spaniens Wirtschaft mit 0,7 Prozent Plus. Frankreichs Wirtschaftsleistung wuchs mit nur 0,2 Prozent unterdurchschnittlich. Daten für Deutschland werden in zwei Wochen vorgelegt, auch aus Italien gibt es noch keine BIP-Meldung.

Insgesamt wachse die Wirtschaft der Eurozone weiterhin mit moderatem Tempo, urteilten die Volkswirte der Allianz-Gruppe. Das Brexit-Votum habe die Wachstumsdynamik im Euroraum bisher kaum belastet. Auch ein negativer Ausgang des italienischen Referendums über die Staatsreform in fünf Wochen werde wohl nur einen kleinen belastenden Effekt haben. Die KfW-Bankengruppe urteilte nach den neuen BIP-Zahlen: „Unser Wirtschaftsraum ist stärker, als viele denken. Auch im internationalen Vergleich schlägt sich der alte Kontinent bei Wachstum und Wohlstand zuletzt gut.“ Nach Schätzungen dürfte das Wachstum des Euroraums in diesem Jahr bei 1,5 oder 1,6 Prozent liegen. Andere Fachleute betonten, wie langsam das Tempo der Erholung noch immer sei. Die Europäische Zentralbank hat vor einigen Wochen ein Papier veröffentlicht, nachdem die Wirtschaftsleistung noch immer deutlich unter ihrem Potential liegt.

 

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