Stabiles Wachstum in Japan

Wirtschaftsleistung fünf Quartale nacheinander gestiegen

pwe. TOKIO, 18. Mai. Die japanische Wirtschaft wächst so stabil wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Fünf Quartale nacheinander ist die Wirtschaftsleistung nun gestiegen. Zuletzt gab es das in den Jahren 2005/2006, als das reale Bruttoinlandsprodukt gar sechs Quartale nacheinander zulegte. Damals war der marktorientierte Reformer Junichiro Koizumi Ministerpräsident, heute ist es Shinzo Abe, der neben einigen strukturellen Reformen vor allem mit einer sehr expansiven Geldpolitik und Neuverschuldung versucht, die Konjunktur zu stützen.

Im ersten Quartal des Jahres legte das reale Bruttoinlandsprodukt in Japan nach der ersten vorläufigen Berechnung der Regierung um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, nach zuvor 0,3 Prozent. Treibende Kraft war am Jahresbeginn abermals der Export, der um robust 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegte. Hinter dem deutlichen Exportzuwachs der vergangenen Quartale steht vor allem die wirtschaftliche Stabilisierung in China. Volkswirte warnten deshalb, dass Japans Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte schwächer wachsen dürfte, weil eine Abschwächung in China erwartet wird. In den Analysen wurde aber zugleich hervorgehoben, dass die Wachstumskräfte am Jahresbeginn gleichmäßiger waren als zuvor. Der private Konsum legte um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, in dem er stagniert hatte. Die Investitionen der Unternehmen wuchsen um 0,2 Prozent, nach einem kräftigen Plus um 1,9 Prozent im Vorquartal. Die Aussichten für den Konsum sind freilich nicht günstig. Die realen Einkommen der Arbeitnehmer lagen am Jahresbeginn nur noch 0,6 Prozent höher als vor einem Jahr.

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