Rauchen, Kaffee trinken und andere Kurzpausen

Für die einen ist es die Zigarette zwischendurch, für andere der Kaffee und wiederum andere beschäftigen sich zwischendurch mit Dehnübungen. Fest steht: jeder von uns braucht zwischenzeitlich mal eine Pause. Was Kurzpausen sind und welche Tätigkeiten nach Arbeitsschutzgesetz zur Pause und welche zur Arbeitszeit gehören, erfahren Sie hier.

Nach §2 Satz 1 des Arbeitszeitgesetzes fällt der Zeitraum vom Beginn bis zum Ende der Arbeit -abzüglich der Ruhepausen- unter den Begriff der Arbeitszeit. Doch was genau wird als Ruhepause definiert und was fällt noch unter die sogenannte “Kurzpause”?

Keine Kurzpausen

Um es kurz zu machen: Die Zigarettenpause gehört grundsätzlich nicht zu den Kurzpausen und zählt somit auch nicht zur Arbeitszeit. Selbst wenn Sie während des Rauchens über Themen sprechen, die die Arbeit betreffen. Auch kurze Besorgungen im Laden nebenan sowie längere private Telefonate sollten Sie immer auf den Zeitraum außerhalb der Arbeitszeit verlegen. Denn schließlich sollte während der Arbeitszeit ja auch gearbeitet werden und nicht der Betrieb stillstehen.

Selbstverständlich kann der Arbeitgeber diese kurzen Ruhephasen aber auch genehmigen und beispielsweise das Rauchen während der Arbeitszeit betriebsintern als Kurzpause werten. Und auch bei Notfällen darf und wird der Chef keine Telefonate verbieten. Wenn sich beispielsweise Ihr Kind bei einem Unfall verletzt hat oder die Kinderbetreuung kurzfristig abgesagt hat, ist telefonieren also selbstverständlich erlaubt.

Tatsächliche Kurzpausen

Die “echten” Kurzpausen hat Ihr Arbeitgeber ohnehin immer zu akzeptieren. So wird zum Beispiel der Gang zur Toilette oder auch die technische Störung unabhängig von der tatsächlichen Dauer als Kurzpause gewertet und fließt daher normal in die Arbeitszeit mit ein. Ebenso verhält es sich bei kurzen Dehnübungen oder Kreativpausen, die der kurzfristigen Erholung am Arbeitsplatz dienen. Generell werden Kurzpausen von bis zu 5 Minuten normalerweise von Ihrem Chef toleriert. Umziehpausen für vorgeschriebene Arbeitskleidung und die Reisedauer zu vorgeschriebenen Fortbildungen gelten ebenfalls immer als Arbeitszeit. Der Weg zur freiwilligen Fortbildung wird hingegen nicht als Arbeitszeit gewertet.

Tolerierte Pausen

Auch das Kaffeetrinken gehört streng genommen nicht zu einer Kurzpause. Somit also nicht zur Arbeitszeit, der Arbeitgeber toleriert es aber im Regelfall. Gleiches gilt für in Ausnahmefällen an die Arbeitsstelle gelieferte Pakete, wenn bei Ihnen zu normalen Lieferzeiten nie jemand zu Hause ist. Vermeiden Sie es aber sich grundsätzlich alle Pakete zur Arbeit schicken zu lassen. Dies bindet nämlich jedes Mal Ihre zeitlichen Kapazitäten oder die Ihrer Kollegen, daher muss es Ihr Chef nicht auf Dauer akzeptieren.

Um ganz sicher zu gehen, nehmen Sie sich lieber nach der Arbeit eine Auszeit und gehen Sie Freizeitbeschäftigungen nach. Wenn Sie zum Beispiel gerne Videospiele spielen, können Sie mit einem Media-Markt-Gutschein auf zahlreiche Spielekonsolen oder weitere Elektronik für Ihre Freizeit sparen.