Spanien zieht deutsche Studenten an

Spanien zieht deutsche Studenten an

… So wie gerade erst von Uniplaces, einem Online-Portal zur Vermittlung von Unterkünften für Studenten. Das Unternehmen mit Büros in London und Lissabon hat sich anhand seiner Daten angesehen, welche Länder deutsche Studenten besonders anziehen – und kam dabei zu Ergebnissen, die vorherige Untersuchungen zum Teil bestätigen, allerdings auch von ihnen abweichen. Demnach ist innerhalb Europas Spanien das beliebteste Land deutscher Studenten für einen Auslandsaufenthalt, dahinter folgten Ungarn, Portugal, Finnland und, gemeinsam auf Platz fünf, Italien und Schweden. Weit und breit keine Spur von Großbritannien, Frankreich oder Ländern wie Österreich und die Schweiz, die schon wegen des sprachlich leichteren Zugangs als besonders beliebt gelten. Auch die Niederlande zählen nach bisherigen Erkenntnissen eigentlich zu den beliebteren Zielen deutscher Studenten.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), gewissermaßen die Zentralinstanz für Studienaufenthalte fern der Heimat, und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hatten im vergangenen Jahr in einer Mobilitätsstudie deutsche Auslandsstudenten näher untersucht – schließlich war es eines der Ziele der Bologna-Reform, die Mobilität der Studenten zu erhöhen und die Internationalisierung voranzutreiben. Beide fanden heraus, dass 59 Prozent aller deutschen Studenten, die ins Ausland wechseln, westeuropäische Länder wählten. Im Vergleich dazu zogen nur 13 Prozent in die Region Nordamerika und 10 Prozent in das dominierende Gastland Vereinigte Staaten. Auch auf Asien entfielen 13 Prozent, hier war China mit fünf Prozent der größte Magnet. In Europa nannten die beiden Organisationen neben Spanien auch Großbritannien und Frankreich als beliebteste Ziele. Ungarn schneidet hier ebenfalls gut ab. Das Land hat sich als Adresse speziell für Medizinstudenten etabliert, die in Deutschland keinen Studienplatz bekommen haben. Unter den deutschen Studenten in Ungarn liege der Anteil der Mediziner bei 67 Prozent, ein Spitzenwert. Dahinter folgten Tschechien (52 Prozent), Belgien (24 Prozent), Norwegen (16 Prozent) und die Türkei (12 Prozent).

Dass Spanien besonders attraktiv für deutsche Studenten ist, lässt sich auch an der sogenannten Erasmus-Studierendenmobilität ablesen. Die beschäftigt sich mit jener akademischen Klientel, deren Auslandsaufenthalte von der EU gefördert werden. Hier liegt die Iberische Halbinsel auf Platz eins, gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Bei den Erasmus-Auslandspraktika liegt Spanien hinter Großbritannien, aber noch vor Frankreich auf dem zweiten Platz. Auch die drei beliebtesten Ziele dort wurden genannt: die Universitäten von Valencia und Granada sowie die Universität Complutense in Madrid. DAAD und DZHW hatten ermittelt, dass Spanien unter den deutschen Studenten, die an eine ausländische Universität wechseln, mit neun Prozent auf Platz vier landet, hinter Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Frankreich. Bei den Hochschulen allerdings liege der Anteil bei 14 Prozent – Platz eins vor Großbritannien, den Vereinigten Staaten und China.

umx.

 

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