Mobiles Arbeiten macht nicht unzufrieden

Beschäftigte der digitalen Welt arbeiten sehr viel - und freuen sich über größere Freiheiten

Neuer Trend Mobiles Arbeiten

dc. BERLIN, 1. September. Etwa 88 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind insgesamt mit ihrer Arbeit zufrieden. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen ist nebenbei auch mit dem Arbeitslohn zufrieden. Unter denjenigen, die in ihrem Beruf mit Computern und Digitalisierung zu tun haben, ist die allgemeine Arbeitszufriedenheit sogar noch etwas höher – sie erreicht Werte von knapp über 90 Prozent. Das zeigt eine Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Diese günstigen Werte sind auch deshalb bemerkenswert, weil sie im Fall der sogenannten mobilen Computerarbeiter – die womöglich die Arbeitswelt von morgen repräsentieren – mit besonders ausgedehnten Arbeitszeiten einhergehen. Allerdings erleben Beschäftigte dieser Gruppe zugleich, dass sie ihre Arbeitszeit leichter auch einmal an private Bedürfnisse anpassen können. Grundlage der Auswertung ist eine europäische Erhebung, das „European Working Conditions Survey“, für die in Deutschland mehr als 1600 Beschäftige befragt wurden.
In der Gruppe der mobilen Computerarbeiter gaben 26,5 Prozent an, dass sie im vorangegangenen Monat mindestens einmal die arbeitsrechtliche Ruhezeit von 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen unterschritten hätten. Der Anteil war damit fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Beschäftigten. Außerdem arbeiten die mobilen Computerarbeiter den Daten zufolge an durchschnittlich 2,6 Tagen im Monat mehr als 10 Stunden. Im Vergleich mit den Angaben der übrigen Beschäftigten ist auch dies mit großem Abstand der Spitzenwert.

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Allerdings unterscheiden sich die betrachteten mobilen Arbeiter auch durch mehr sogenannte Zeitsouveränität: 63 Prozent gaben an, es sei für sie ziemlich oder gar sehr einfach, kurzfristig einmal ein bis zwei Stunden für Privates freizunehmen. 64 Prozent gaben zudem an, den Arbeitsablauf, die Herangehensweise und die Taktung ihrer Arbeit wesentlich beeinflussen zu können. Auch diese Werte liegen weit über dem Durchschnitt. Das IW folgert daraus, dass mobiles Arbeiten die Personalpolitik zwar vor neue Herausforderungen stelle – als „Schreckensszenario“ tauge eine stärkere Verbreitung solcher Arbeitsformen aber nicht.

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