Gefragte Allrounder – Wo werden Ingenieure gesucht?

Berufe im Bereich Engineering sind spannend und vielseitig.

Planung und Optimierung von Leistungsprozessen, dazu noch Management und Führungsverantwortung. Von IT über Energiewende bis Automobilbranche: Wir geben einen Einblick, in welchen Branchen Ingenieure dringend gesucht werden.

Ingenieure müssen Allrounder sein

Digitaler Wandel, die Umsetzung der Energiewende und die Stärkung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Kommunen sind Aufgaben der Zukunft. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften sowie die allgemein positive Entwicklung der Wirtschaft lassen erwarten, dass die Nachfrage nach Ingenieuren so schnell nicht abreißen wird. Das sind rosige Zukunftsaussichten für angehende Studierende – aber welche Ingenieur-Studiengänge gibt es überhaupt, und für welchen soll man sich entscheiden? Soll man ein reines Hochschulstudium absolvieren oder doch lieber ein duales Studium mit Praxisausbildung in einem Unternehmen? Welche Qualifikationen muss man mitbringen? Angehende Studierende fühlen sich durch die Vielfalt des Angebots oft restlos überfordert. Doch Rat finden sie zum Beispiel beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI).

Welche Anforderungen werden heute an den Absolventen eines Ingenieur-Studiengangs gestellt? „Natürlich steht das fundierte Fachwissen weiterhin im Vordergrund“, stellt Dr. Jonas Gallenkämper vom VDI in Düsseldorf klar. „Dazu kommen aber Bestrebungen, Elemente der späteren Arbeit bereits im Studium unterzubringen. Ein Team führen zu können, gemeinsam innovative Dinge zu entwickeln und flexibel zu reagieren, diese Soft Skills haben heute einen wichtigen Stellenwert und werden vermehrt ins Studium eingebunden.“ Projektarbeiten und Praktika in Betrieben wie beim dualen Studium seien wichtige Bausteine des Studiums.

Spannende Studiengänge machen fit für die Zukunft

Wer sich für eine Karriere in der Automobilindustrie interessiert, der findet derzeit nicht nur beste Karrierechancen vor, sondern auch überaus spannende Aufgabenfelder. Die gesamte Branche steht derzeit im Wandel – und auch unter Druck, ihre bestehenden Geschäftsmodelle zu verändern. Denn nicht nur die E-Mobilität, auch die Megatrends Shared Mobility, autonomes Fahren und Digitalisierung zeigen laut den Ergebnissen der „Global Automotive Supplier Study 2018“ immer stärker ihre disruptive Wirkung. Gefragt sind deshalb Ingenieure mit Weitsicht. Und die können sich bereits im Studium spezialisieren. Ein Bachelor in Verkehrswesen oder ein Master in Fahrzeugtechnik: An der TU Berlin ist vieles möglich. Je nachdem, worauf man sich während des Studiums spezialisiert, testet man später im Berufsleben Motoren, erforscht Unfälle, konstruiert Flugzeuge oder bringen Hochseeschiffe in Simulationen zum Kentern. An der TU Darmstadt können sich Interessierte zum Beispiel im Studiengang Maschinenbau auf Fahrzeugmechanik und Mechatronik spezialisieren. Als Abschlüsse folgen hier sowohl der Bachelor als auch der Master.

Generell gibt es an den deutschen Hochschulen spannende Studiengänge, die fit machen wollen, um den Herausforderungen der Zukunft mit Fachwissen zu begegnen. Ein Beispiel dafür ist auch der Studiengang Schienenfahrzeugtechnik der Fachhochschule Aachen. Dabei geht es nicht nur um die Konstruktion von Eisenbahnen. Mehr als die Hälfte der wachsenden und immer mobiler werdenden Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Für den Verkehr in und zwischen den Metropolen sind effiziente, umweltfreundliche und sichere Verkehrssysteme in Zukunft notwendig. Der Bachelor-Studiengang macht seine Absolventen fit für diese Herausforderungen. Die breite mechatronische Grundlagenausbildung ermöglicht den Einstieg in fast alle Bereiche der Bahnindustrie, Wahlmodule vermitteln Kenntnisse in nachhaltiger Schienen-Mobilität. Für Internationalität sorgt ein Mobilitätssemester – Unternehmenskontakte und Exkursionen schaffen Praxisnähe.

Berufe mit Zukunft

Den Masterstudiengang Media & Communications Technology bietet die Hochschule Rhein-Main an. Mit einem Bachelor in Elektro- oder Medientechnik als Voraussetzung kann man hier in ein interessantes Forschungs- und Arbeitsfeld einsteigen: Kommunikations- und Medientechnik weisen ein hohes Wachstumspotential auf, digitale Medien erobern die Informationsgesellschaft. Über das Internet, breitbandige Kabelanschlüsse, Mobilfunk und digitales Fernsehen werden neue Angebote bereitgestellt, immer mehr Industrieunternehmen vernetzen ihre Aufgaben weltweit. Entwicklung von Systemen der Kommunikations- und Medientechnik, Administration von Kommunikationsnetzen und anwendungsorientierte Forschung sind typische Aufgabenfelder für Absolventen des Masterstudiengangs, der auf dem Campus in Rüsselsheim angeboten wird.

Einen anderen spannenden Ansatz bietet der Bachelor in Umweltingenieurwesen der TU München. Hier geht es um die Wechselwirkungen von menschlicher Aktivität und Umwelt durch die Nutzung von Rohstoffen, die Energiegewinnung oder den Bau von Siedlungen und Verkehrswegen. Umweltingenieure entwickeln Strategien, um die Prozesse in eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Richtung zu lenken. Wasserbau und Wasserwirtschaft, Geotechnik, Verkehrswesen und Bauphysik sind die Schwerpunkte des Studiengangs. Umweltingenieure werden in Baubehörden, in Ingenieur-und Planungsbüros, in Verkehrsunternehmen, in Hochschulen und Forschungszentren sowie in Unternehmen der umweltbezogenen Industrie und Software-Entwicklung gebraucht.